Gestalttherapie – Was ist das?

Was ist eigentlich Gestalttherapie?

Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, lautet „Was ist eigentlich Gestalttherapie?“ Eine gute Frage, die auch für mich als Gestalttherapeutin in Bezug auf eine leichtverständliche Beantwortung manchmal eine kleine Herausforderung darstellt. „Hat es etwas mit gestalten, werken zu tun?“ Ja, auch…und doch ist es keine Kunsttherapie, bei der Malen und Werken als wichtiges therapeutisches Element genutzt wird.

Gestalttherapie aus meiner Sicht

Für mich kommt das Wort „Gestalt“ von gestalten – sei es Beziehungen, mein Lebensumfeld, meine Persönlichkeit und die Zukunft. In diesem Gestaltungsprozess, der manchmal bis weit in unsere Kindheit zurückgeht, kann es durch verschiedene, z.B. belastende Situationen dazu kommen, das die Verarbeitung unterbrochen wird. Dann bleiben Themen offen oder können nur „notdürftig“ abgeschlossen werden, weil wir zu dem Zeitpunkt nicht die Kraft, Zeit oder Möglichkeiten dazu haben.

Diese sogenannten offenen Gestaltungsprozesse können im weiteren Lebensverlauf immer wieder zu Belastungen führen – so als ob sie uns immer wieder daran erinnern wollen, dass es noch etwas zu erledigen gibt. Nur wissen wir oft schon gar nicht mehr, um was es eigentlich geht, bringen unsere heutigen Befindlichkeitsstörungen mit aktuellen Situationen in Zusammenhang, anstatt z.B. mit unverarbeiteter Trauer oder Verletzungen aus alten Beziehungen. Und wir wundern uns, dass wir keine nachhaltigen Lösungen für unser Thema finden.

An dieser Stelle kommen dann die Möglichkeiten der „Gestalt-Therapie“ zum Tragen, die helfen kann, die ungeschlossenen Gestaltungsprozesse zu entdecken, deren Ursache zu erkunden und dann zu schließen.

Die Gestalttherapie und der Klient

Als Gestalttherapeutin sehe ich jeden Menschen als eine eigene Persönlichkeit an, die ihren eigenen Ausdruck hat und die Umwelt auf ihre eigene Art und Weise erlebt. Deshalb gibt es bei mir keine Standard-Begleitung, sondern es wird gemeinsam nach den individuellen Bedürfnissen geschaut und besprochen, wie wir die offenen Gestalten erkunden und dann schließen wollen.

Vielleicht liegen Ihnen Gespräche, Rollenspiele, Fantasiereisen, Körperarbeit oder eben auch  kreatives Gestalten mit Papier und Farbe. Es gibt viele Wege zum Ziel und jeder Mensch braucht, gerade in schwierigen Lebenssituationen, seine individuelle Ausdrucksmöglichkeit!

Und ein empathisches Gegenüber, welches ihn auf seinem Weg begleitet.

Die Gestalttherapie und ich

Spätestens seit meinem ersten Ausbildungsjahr zur Gestalttherapeutin, in dem ein Schwerpunkt darin bestand, die eigenen offenen Gestalten anzuschauen und zu bearbeiten, kann ich nachempfinden, wie sich ein Klient auf „dem Praxisstuhl“ fühlt. Umso wichtiger wurde es für mich als Therapeutin, Menschen einerseits mit Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und Verständnis für ihre individuelle Situation anzunehmen und anderseits ihnen das Vertrauen zu geben, das sie wieder zu ihrer Kraft finden, die in ihnen ruht, um ihr Leben gestalten zu können.

Diese Haltung macht für mich das Wesen der Gestalttherapie aus – eine achtsame Begegnung auf Augenhöhe – von Mensch zu Mensch.